800 Jahre

800 Jahre Hirschau

Sonntag, 20. Juni 2004

800 Jahre Hirschau, das wurde an diesem Wochenende gefeiert, und dazu versetzte sich das ganze Dorf in die Vergangenheit. So zeigten die Frauen des Jahrgangs 1940 wie die Waschfrauen früher gearbeitet haben. Da hieß es noch richtig anpacken, aber dafür hatte man auch jede Menge Gesellschaft. Doch nicht nur die Waschfrauen zeigten, wie es früher in Hirschau aussah. So konnte man auch den Männern beim historischen Dreschen zusehen. Oder den Landvermessern bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen. Die Hirschauer hatten sich so Einiges einfallen lassen um ihr großes Jubiläum gebührend zu feiern. Auch Ortsvorsteher Hermann Endreß hatte nebst Gattin die historische Schultheißentracht an. Wahrscheinlich ist Hirschau aber noch ein paar hundert Jahre älter. Funde weisen auf das 7. oder 8. Jahrhundert nach Christus hin. Doch erst im Jahre 1204 wurde Hirschau das erste Mal urkundlich erwähnt. Insgesamt waren die Hirschauer in ihrer 800-jährigen Geschichte überwiegend vorderösterreichisch, ganze 424 Jahre lang, erst 1805 wurde Hirschau somit württembergisch. Doch die Hirschauer hatten es nie wirklich leicht in ihrer Geschichte, lange Zeit waren sie die ärmste Gemeinde hier in der Region. Daher verwundert es nicht, dass kaum einer der Hirschauer in dieser Zeit hätte leben wollen. Doch für ein paar Tage hatte es den Hirschauern schon Spaß gemacht, zu leben wie vor hundert Jahren. Eine ganz besondere Attraktion war heute der historische Hochzeitszug. Hier konnte man sehen, wie es früher war. Vorne her zog die Musik, dann kamen der Pfarrer und die Brautjungfern, schließlich das Brautpaar und dahinter die geladenen Gäste, und natürlich durfte auch die Aussteuer nicht vergessen werden. So zog damals der Zug durchs ganze Dorf zur Wirtschaft, wo bei schönem Wetter natürlich auch draußen gefeiert wurde.

Wir stellen uns vor – der Musikverein Hirschau aus dem Tübinger Vorland